Überlegungen zur Inneneinrichtung des neuen Firmensitzes der Ernst Marti AG
Thomas Wachter, Designer, Architekt FH, Mitglied der Geschäftsleitung, Teilhaber Formpol AG, Zürich
Die Gestaltungsaufgabe war für uns vielschichtig. Sowohl für den Kunden wie auch für uns bedeutete sie, uns in vielerlei Hinsicht auf Neuland zu begeben.
Die konstruktive Zusammenarbeit mit der Firma Marti liess uns dabei viel gestalterische Freiheit. Einzige Vorgabe und Rahmen für unsere Arbeit war ein professionelles Kostenmanagement.
Ziel war die Gestaltung eines repräsentativen Firmen-Gebäudes, das der Stellung des Unternehmens als bedeutender Carreiseanbieter der Schweiz gerecht wird und gleichzeitig optimale Bedingungen schafft für Gäste und MitarbeiterInnen.
Hier beginnen Ferienreisen. Also soll alles dazu beitragen, die Vorfreude darauf zu verstärken. Zwischen Anreise, Gebäude, Wartezone und Einstieg in den Car soll eine Verbindung geschaffen werden; offen, transparent und Vertrauen schaffend.
Die Industriearchitektur war vorgegeben: ein 3-geschoßiges Gebäude: das Erdgeschoss für die Kunden, zwei Obergeschosse für die Administration.
Als architektonisches Konzept war durch das Architekturbüro Stebler die vollständige Verglasung des Erdgeschosses vorgegeben. Dies entsprach unserer Vorstellung von einem transparenten und offenen Kundenbereich. Die Wirkung wird verstärkt durch die dunkle Farbgebung der äusseren Gebäudehülle und die indirekte Nachtbeleuchtung des Erdgeschosses.
Die Innenraumgestaltung sollte sachlich und funktional sein, gleichzeitig aber auch Sicherheit und Geborgenheit vermitteln. Und sie sollte optimale Voraussetzungen schaffen für eine erste Kontaktnahme unter den Reisenden.
Wir haben deshalb das Erdgeschoss in Zonen gegliedert. Die Kunden-Wartezone lässt durch die schlangenförmig angelegten Sitzgruppen ungezwungenes Verweilen zu und sie lässt den Blick frei auf die Busse. Die Cafeteria dient gleichzeitig den Kunden und Mitarbeitern. Der Eingangsbereich als erste Visitenkarte für Ankommende ist als Reisebüro und Empfang konzipiert. Gegenüber entsteht in den nächsten Wochen noch eine plakative und informative Ausstellung zur über 100-jährigen Geschichte des Kallnacher Familien-Unternehmens.
Der gesamte Raum überzeugt durch Übersichtlichkeit. Er vermittelt dadurch ein Gefühl von Vertrauen und Sicherheit, auch während der Nacht. Bewusst wurden die verwendeten Materialien sichtbar gelassen; so der Beton an Wänden und Decken, das warmgrau beschichtete Aluminium als Umlauf der Sitzbank, die Stühle und Türen in Eichenholz. Warmweisse Flächen an den Decken und an Möbeln vermitteln Frische, aber auch Wärme und Ruhe. Als Farbtupfer dienen die noch fertig zu stellende grasgrüne Verglasung zwischen Empfang und Cafeteria und die weinroten Polster der Sitzmöbel. Mit welcher Detail-Sorgfalt das Farbkonzept umgesetzt worden ist, zeigt auch die Auswahl der Kinderspielzeuge mit den „grünen Hunden“.
Die Umsetzung unseres Entwurfes lag vollständig in den Händen des Architekten Franz Stebler. Er hat unsere Ideen und Vorgaben unseren Vorstellungen und Wünschen entsprechend optimal umgesetzt und realisiert. Wir danken der Firma Ernst Marti AG für das Vertrauen und wünschen ihr einen erfolgreichen Start mit dem ersten kundengerechten Car-Terminal in der Schweiz.